Tagesblatt

“Umstrittene Basler Trinkwasserfluoridierung
vor dem Ende”
(Tagesblatt Bern - in German; sda 20.03.2003)

BASEL - Mit der umstrittenen Fluoridierung des Basler Trinkwassers soll umgehend aufgehört werden: Die Gesundheits- und Sozialkommission des Grossen Rats (GSK) schlägt dem Parlament die ersatzlose Streichung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen vor.

Die 1962 eingeführte Trinkwasserfluoridierung ist in Basel seit Jahren ein Politikum, das 1990 gar das Bundesgericht beschäftigte. Nach ihren Abklärungen kommt die GSK in einem Bericht zu einem parlamentarischen Vorstoss zum Schluss, dass auf die Massnahme verzichtet werden kann und soll.

Zur Bekämpfung der Zahnkaries wird das Trinkwasser von Basel, Allschwil, Binningen und Schönenbuch seit 1962 mit 0,7 bis 0,9 mg Fluor pro Liter angereichert.

Heute steht Basel mit der einst weit verbreiteten Praxis sowohl in der Schweiz wie auf dem europäischen Festland "ziemlich einsam und alleine" da, wie die Kommission festhält.

Gründe, die für einen Alleingang Basels sprechen, sieht die GSK keine. Sie plädiert deshalb im Bericht für die Basisfluoridierung über entsprechend angereichertes Kochsalz. Bereits in 85 Prozent der Schweizer Haushalte werde heute fluoridiertes und jodiertes Salz benützt.

Eine Untersuchung, die einen seriösen Vergleich der Wirksamkeit von Trinkwasser- und Salzfluoridierung zulässt, fehlt laut GSK nach wie vor. Klar ist für die Kommission allerdings, dass die in Basel angewandte Methode die Umwelt stärker belastet, weil wegen enormer Streuverluste 99 Prozent des Fluoridzusatzes ungenützt in die Kanalisation oder direkt in die Kanalisation gelangen.

Nach Ansicht der GSK muss nun abgeklärt werden, ob bei den Basler Schulkindern nach dem Verzicht auf die Fluoridierung des Trinkwassers zusätzliche Massnahmen zur
Kariesprohylaxe nötig sind. Die Kommission geht davon aus, dass die 200 000 Franken, die bisher für die Fluoridierung eingesetzt wurden, dafür ausreichen.

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