Dogma

Dogma: "Fluor härtet den Zahn"

Fluorid erweicht den Zahn, zersetzt den Schmelz.

"Fluor härtet den Zahn" lautet das Schlagwort, seit Jahren in die Öffentlichkeit und in die Fachkreise der Medizin und der Zahnmedizin eingedroschen. In Wirklichkeit geschieht das Gegenteil. Ich zitiere wortwörtlich einen Packungsprospekt der Fluortabletten-Herstellerin Zyma-Blaes der 70er Jahre (undatiert):

Zyma-Blaes AG München

Fluoride und Schmelzhärte "Fluor härtet den Zahn" ist vielfach zu hören. Im physikalischen Sinn ist dies für intakten Schmelz falsch.

Fluoride und Schmelzerweichung Fluoridierungslösungen, wie sie zur kariesprophylaktischen Lokalapplikation empfohlen werden, erweichen den Schmelz. Durch eine chemische Reaktion des Schmelzapatits mit diesen hochkonzentrierten Fluoridlösungen (10 000 bis 25 000 ppm F) wird die Schmelzoberfläche mikroskopisch angeätzt, entkalkt, erweicht, wie aus der Tabelle, Auszug aus einer Arbeit von Mühlemann et al. (3) hervorgeht Obwohl die Kariesprophylaxe mit jährlich ein- bis zweimal erfolgenden Lokalapplikationen von Fluoridierungslösungen klinisch wirksam ist, kann nicht übersehen werden, dass sie über den Weg einer destruktiven Erweichung der Schmelzoberfläche erkauft wird.

1 Becker-Dirks O.: Posteruptive changes in Dental enamel. J. dent. Res. 45, 503 (1966)

2 Koulourides Th., Cuelo H., Pigman W.: Rehardening of softened enamel surfaces of human teeth by solutions of calcium phosphate. Nature 189, 226 (1961)

3 Mühlemann H. R., Rossinsky K., Schait A.: Physikalisches, chemisches und mikromorphologisches Verhalten von Schmelz nach Behandlung mit anorganischen und Aminfluoriden. Schweiz. Mschr. Zahnheilk. 77, 238 (1967)

Prof. Dr. med. et med. dent. Hans Rudolf MÜHLEMANN,
Universitäts-Zahnklinik Zürich, war ein Pionier der Fluoridierung in der Schweiz. Aus seiner Schule ist u.a.
Prof. Dr. med. dent. Thomas Marthaler hervorgegangen, auch "Fluor-Papst" der Schweiz genannt.

Klaus G. KÖNIG, Professor an der Universität Nijmegen/NL, (auch er ein Schüler von MÜHLEMANN, und von MARTHALER in Zürich) beschreibt den Vorgang in "Karies und Parodontopathien: Aethiologie und Prophylaxe" (Thieme 1987), im Schema: ZYMA in Nyon/VD ist die Hauptherstellerin von Fluor-Tabletten. ZYMA ist sodann von CIBA aufgekauft worden und ist somit Teil der NOVARTIS.

Es ist schwer fassbar, dass bei so klarer Kenntnis der Zersetzkraft hochkonzentrierte Fluorid-Präparate überhaupt verwendet werden (dürfen). Immerhin schränkte die Empfehlung ein: "jährlich ein- bis zweimal". Zahnärzte warnen gelegentlich vor häufigerem Gebrauch. Die zahlreichen Lösungen und Gele, die in Läden, Drogerien, Apotheken (in den oben genannten zerstörerischen Konzentrationen) rezeptfrei angeboten werden, tragen in den Packungsbeilagen Empfehlungen für täglichen, in Einzelfällen sogar drei mal täglichen Gebrauch.

Der für die Zähne "segensreiche" Vorgang wird von der
Zahnärzteschaft Remineralisation genannt. Re-mineralisieren kann man nur, wo vorher de-mineralisiert worden ist, sei es durch kariöses Geschehen oder sei es durch das aktive vorsätzliche Zersetzen des Schmelzes. Aus den Trümmern sozusagen des zerstörten Schmelzes soll eben das gleiche Fluorid re-mineralisierend einen neuen, höher fluorhaltigen Zahnschmelz aufbauen. Dieser sei gegen die karies-verursachenden Bakterien widerstandsfähiger als der natürliche Schmelz - behaupten die Fluor-Zahnärzte, bleiben allerdings den Beweis schuldig.

Sie nennen auch die lokale Verabreichung "Prophylaxe". Ein zerstörtes Organ flicken, darf man solches Tun Prophylaxe nennen? ein Vorbeugen ist es nicht. Könnte man es Therapie nennen: zuerst vorsätzlich einen Schaden setzen und ihn dann mit fragwüriger Methode beheben wollen?

Bedenken wir die in vielen Kantonen dekretierten, praktisch obligatorischen Schulbürstaktionen mit hochkonzentrierten Fluorid-Präparaten, so wird hier vorsätzliche, systematische Zerstörung der Zähne der heranwachsenden Jugend oder vorsätzliche kollektive Körperverletzung betrieben.